Rassenportrait

Russischer Schwarzer Terrier
(Russkiy Tchiorny Terrier)

Klassifikation: FCI Standard Nr. 327
 
Gruppe 2: Pinscher, Schnauzer, Molosser und Schweitzer Sennenhund
Sektion 1.4 Tchiorny Terrier Hochläufer, Ohne Arbeitsprüfung
 
Ursprungsland: Russland
 
Datum des gültigen offiziellen Rassestandards: 13.10.2010
 
Verwendung: Gebrauchshund, Wachhund, Sport- und Gesellschaftshund und absoluter Familienhund



Entstehungsgeschichte:

Das Aussehen, der Charakter, sowie die Eigenschaften des Schwarzen Russischen Terrier haben sich über viele Jahre weiterentwickelt. Der Schwarze Russische Terrier ist eine der jüngsten vom FCI anerkannten Hunderassen. Nach dem Bürgerkrieg in Russland 1917-1923 wurden Gebrauchshunde speziell für Militär und Polizeidienst benötigt. Es gab jedoch keine qualifizierten Kynologen und keine entsprechende Ausgangsmaterialien an Hunderassen in Russland. So wurde 1924 die zentrale Armeeschule der Kynologen gegründet. In ihren Abteilungen waren ausgebildete Profis für Armeedienst und Hundezucht in Staatszwingern. Das größte Zentrum dieses Systems war der Zwinger „Roter Stern“, dort konnte man bei einer Auswahl von tausenden von Hunden züchten und ausbilden. Es gab jedoch nur in den 30er Jahren große bissige Mischlinge als Zuchtausgangsmaterial mit keinen nennenswerten Zuchterfolgen. Vor dem 2. Weltkrieg konnte man auf Kaukasische-, Asiatische-, Mongolische und Südrussische Schäferhunde, Airedale Terrier, Collies, Bernhardiner, Neufundländer und die große Dänische Dogge zurückgreifen.

Mit diesem Ausgangsmaterial und den nach dem 2. Weltkrieg als Beutegut u. a. mitgebrachten Hunderassen, dem Rottweiler und dem Riesenschnauzer näherte man sich der Entstehung des heutigen Schwarzen Russischen Terriers. Das russische Militär benötigte einen Hund, der robust und der sich den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen dieses Landes angepasst, groß, kräftig, von schneller Auffassungsgabe, wehrhaft und reserviert Fremden gegenüber war. Diese Eigenschaften waren nötig für den Dienst. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Schwarzen Terrier aus 30% Riesenschnauzer, 30% Airedale Terrier und 30% Rottweiler bestehen. Die restlichen 10% sind eine Kombination aus Neufundländer, Kaukasischem- und Europäischen Schäferhund und der Dänischen Dogge. Die ersten Schwarzen Russischen Terrier wurden nicht nur als Wachhunde in Gefängnissen eingesetzt, sondern auch als Allround Armee- und Polizeihunde. Sie mussten ihre Anpassungsfähigkeit, Vielseitigkeit, den Einsatz betreffend, beweisen. Schwarze Russischer Terrier wurden auch als Schlittenhunde eingesetzt, wenn auch nicht so erfolgreich wie Huskies oder andere Schlitten Profis, aber dennoch besser als andere Arbeitshunderassen. Einige wurden als Treib- und Hütehunde benötigt und in der Landwirtschaft eingesetzt. Diese Beispiele zeigen uns die Vielseitigkeit dieser Rasse. Schwarze Russischer Terrier wurden zu Aufgaben herangezogen, für die es normalerweise spezialisierte Rassen gibt. Diese Vielseitigkeit haben sie sich bis heute bewahrt. Dieser damals für den Wachdienst optimal gezüchtete „Manstopper“ wurde jedoch nach und nach aus 3 Gründen immer weniger im Militärdienst verwendet und zwar einmal benötigt der Schwarze Russischer Terrier Fellpflege. Damit ist er in einem Armeezwinger, in dem nur ein Minimum an Pflegeaufwand getrieben wird, fehl am Platze. Der Schwarze Russischer Terrier wird nur langsam erwachsen, psychisch und physisch. Dadurch sind Aufzucht und Ausbildung teurer als bei anderen Arbeitshunderassen, wie dem Osteuropäischen- und dem Asiatischen Schäferhund. Einer der Hauptpunkte ist aber: Der Schwarze Russischer Terrier braucht einen sehr engen Kontakt zum Menschen. Zwingeraufenthalt und dauernd wechselnde Bezugspersonen liegen dem Schwarzen Russischen Terrier nicht.

Bei der „All Russian Dog Champion-ship Show“ 1957 waren erstmals 43 Schwarze Terrier zu sehen und diese weckten das Interesse privater Hundeliebhaber in Moskau und St. Petersburg. Zum gleichen Zeitpunkt starb Stalin und viele Gefängnisse wurden geschlossen. Und es wurden erstmals Schwarze Russischer Terrier an Privatleute abgegeben.

Physisch, als auch im Temperament, war die Rasse noch instabil. Im Vergleich zu den modernen Showhunden sahen die Showhunde damals noch etwas rau und buschig aus. Ausgeglichenes Temperament war ebenfalls nicht ihre Stärke. Sie waren zu scharf für den normalen Besitzer. Private Züchter selektierten ihre Zuchthunde nunmehr nach anderen Kriterien. Intelligenz, Lernfähigkeit, Disziplin und Loyalität gegenüber seinem Besitzer zeichnete den neuen Hundetyp aus. Der heutige Schwarze Russischer Terrier ist vom Temperament her unverdorben, dies macht ihn zu einem liebevollen und anhänglichen Familienmitglied. Clever, diszipliniert, besonders feinfühlig im Umgang mit Kindern und Behinderten, aber dennoch in der Lage einen Fremden oder Eindringling zu stellen bzw. sein Terrain zu bewachen. Diese Eigenschaften machen den Schwarzen Russischen Terrier zu einem exzellenten Familienhund, Wachhund, Sport- und Begleithund. In Deutschland ist der Schwarze Russischer Terrier seit 1982 anzutreffen. Der erste Wurf in Deutschland fiel 1985.

All seine Eigenschaften wie Robustheit, Intelligenz, Lernfähigkeit, Sozialverhalten gegenüber seinen Artgenossen, sein Allround-Arbeitstalent sowie seine Schönheit lassen die Popularität dieser Hunde langsam aber kontinuierlich wachsen.

Zwischenzeitlich gibt es in Deutschland ca. 26 Züchter die im Klub für Terrier e.V. (KFT) gemeldet sind.

                

Allgemeines Erscheinungsbild

Die Schwarzen Russischen Terrier sind kräftige Hunde von überdurchschnittlicher Größe mit mächtigem Knochenbau und massiver Muskulatur.

Gewünschte Größe bis zum Widerrist

Rüden: 72 bis 76 cm aber nicht weniger als 70 cm und nicht mehr als 78 cm

Gewicht: 50-60 kg

Hündinnen: 68 bis 72 cm aber nicht weniger als 66 cm und nicht mehr 74 cm

Gewicht: 45-50 kg

Etwas größere Exemplare sofern sie proportional und von vorzüglichem Rassetyp sind, werden toleriert.

Richtige Proportionen: 100 zu 105 (Widerristhöhe zur Rumpflänge)

Die Länge des Körpers ist etwas größer als die Höhe bis zum Widerrist, es kann etwas auffälliger bei den Hündinnen sein. Die Tiefe des Brustkorbes sollte nicht weniger als die halbe Höhe bis zum Widerrist sein. Die Länge des Kopfes sollte nicht weniger als 40 % der Höhe bis zum Widerrist sein. Der Fang ist etwas kürzer als der Schädel.

Verhalten/Charakter (Wesen):

Auch aufgrund seiner Größe ist der Schwarze sehr selbstsicher gegenüber Fremden und anderen Hunden. Er hat einen ausgeglichenen Charakter. Wesensfest, gut erziehbar und lernwillig, sehr sensibel seiner Familie gegenüber und man hat sehr viel Freude an ihm, wenn man ihn nicht hart aber konsequent erzieht.

Kopf:

Oberkopf: Der Kopf soll sich den Proportionen des Körpers anpassen, obwohl groß, massiv und lang.
Schädel: Mäßig breit mit flacher Stirn. Die obere Linie des Schädels läuft parallel zu der oberen Linie des Fangs. Die Augenbrauenwulst und das Hinterhauptsbein sind mäßig ausgeprägt.
Stop: Erkennbar aber nicht scharfkantig.

Gesichtsschädel:
Nasenschwamm: Groß und schwarz
Fang: Kräftig, breit verjüngt sich etwas zu der Nasenspitze. Der Schnurrbart und der Bart betonen das Volumen und geben dem Fang ein rechteckiges, stumpfes Aussehen.
Lefzen: Dick, gut pigmentiert und straff. Die Lefzenränder sind dunkel.
Kiefer/Zähne: Groß, weiße Zähne, welche eng aneinander platziert sind, die unteren Schneidezähne liegen in einer Reihe. Volles Gebiss (42 Zähne). Scherengebiss
Backen: Trockenes Jochbein mit runden aber nicht ausgeprägten Wangen.
Augen: Mittlere Größe, oval, gerade und weit auseinander platziert, dunkle Farbe. Augenlide trocken, enganliegend und schwarz.
Ohren: Hängend. Hoch und symmetrisch angesetzt, mittlere Größe, dreieckig. Die vordere Kante liegt eng an der Wange an. Das Ohrenleder ist dick und ohne Falten.

Hals: Kräftig, trocken und muskulös. Die Länge des Halses ist ungefähr gleich wie die Länge des Kopfes und in einem Winkel von 45-50 Grad zum Horizont angesetzt. Der Nacken ist kräftig und gut entwickelt.

Körper: Solide, tief und voluminös, gut ausgeglichen.
Obere Profillinie: Vom Widerrist bis zum Rutenansatz etwas abfallend.
Widerrist: Hoch und gut entwickelt, ausgeprägter bei den Rüden als bei den Hündinnen.
Rücken: Kräftig, gerade und muskulös. Die Länge des Rückens ist gleich wie die Hälfte der Länge vom Widerrist bis zur Rutenwurzel.
Lenden: Breit, kurz, muskulös und leicht gewölbt. Die Länge ist die Gleiche wie die halbe Länge des Rückens.
Kruppe: Breit, muskulös, etwas abfallend und von mäßiger Länge.
Brust: Tief, lang und breit mit etwas gewölbten Rippen. Die Form des Thorax (im Querschnitt) ist oval. Der Brustknochen ist lang und die Vorderbrust überragt etwas das Schultergelenk und ist gut bemuskelt.
Untere Profillinie und Bauch: Auf der gleichen Linie wie das Ellenbogengelenk oder etwas darunter. Bauch mäßig hochgezogen. Flanken nur wenig entwickelt.
Rute: Dick am Ansatz und hoch angesetzt. In der Bewegung wird die Rute fröhlich getragen aber der Rutenansatz geht nicht über den Rücken (nicht geringelte Rute). Rute traditionell kupiert im Ursprungsland. Die Länge oder Form einer unkupierten Rute hat keinen Einfluss auf die Bewertung des Hundes. Die vorgezogene Form der unkupierten Rute ist Säbel oder Sichel.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND:
 
Allgemeines: Von vorn gesehen stehen die Läufe gerade und parallel. Der Abstand vom Ellenbogen bis zum Boden ist der Gleiche wie 50 – 52 % der Höhe des Hundes bis zum Widerrist.
Schultern: Lang, breit und gut zurückgestellt. Der Winkel zwischen Schulterblatt und Oberarm ist ungefähr 100 Grad.
Oberarm: Muskulös und nicht kürzer als die Schulterblätter.
Ellenbogen: Dicht am Körper anliegend.
Unterarm: Gerade, dick, runde Knochen. Von vorne und von der Seite gesehen senkrecht stehend.
Vordermittelfluss: Kurz, massiv und von der Seite gesehen leicht abfallend.
Vorderpfoten: Groß, kompakt und rund. Krallen und Ballen sind schwarz.

HINTERHAND:
 
Allgemeines: Von hinten gesehen sind die Läufe gerade und parallel, sie stehen etwas weiter auseinander als die Vorderläufe. Von der Seite gesehen sind sie etwas hinter dem Hund platziert.
Oberschenkel: Mäßig lang, leicht geneigt, breit mit gut entwickelter voluminöser Muskulatur.
Knie: Gut gewinkelt.
Unterschenkel: Nicht kürzer als der Oberschenkel.
Hintermittelfuss: Kräftig, tief und senkrecht platziert. Keine Afterkrallen.
Hinterpfoten: Etwas kleiner als die Vorderpfoten und mehr ovalförmig. Krallen und Ballen sind schwarz.

GANGWERK / BEWEGUNG:

Frei, harmonisch, mit weich gebeugten Gelenken. Die charakteristische Bewegung ist ein energischer Trab mit langem Tritt, welcher von dem kräftigen Schub von hinten und ausgreifendem Schritt der Vorderhand kommt. Die obere Profillinie bleibt fest.

HAUT: Eng anliegend, gut angepasst ohne Falten oder loser Haut, trotzdem elastisch. Gleichmäßig pigmentiert.

HAARKLEID:
Haar: Raues und dichtes Doppelhaar. Zusammengesetzt von einem harschen, dichten, etwas welligen Oberhaar und einem weichen, kurzen und dichten Unterhaar. Das Oberhaar bedeckt den ganzen Körper. Das natürliche ungetrimmte Haar ist ungefähr 5 – 15 cm lang. Die Kopfbehaarung ist gut entwickelt und bildet üppige Augenbrauen, Schnurrbart und Bart. Die Läufe sind mit langem dichten Haar bedeckt. Das Bürsten in korrekter Form ist erforderlich. Das getrimmte Haar sollte den Charakter eines kräftigen und selbstsicheren Hundes hervorheben und in keinem Fall übermäßig dekorativ wirken. Das Haar soll am längsten an den Läufen und am Fang belassen werden. Das Trimmen soll den massiven Kopf mit der flachen Stirn, gut platzierten Augen, kräftigem Hals und gut gebautem, kräftigen Körper hervorheben.
Farbe: Schwarz, schwarz mit unwesentlich vermischtem grauen Haar ist zulässig. (Grau vermischtes Haar soll nicht mehr als 1/3 des ganzen Körpers bedecken).

Wer sich für diesen tollen „Allrounder“ und exzellenten Familienhund entscheidet und die besten Voraussetzungen für lange gemeinsame Freude schaffen möchte, sollte im KFT gemeldete Züchter ansprechen, um sich über die richtige Aufzucht, sowie Erziehung zu informieren.

 
 


Deckrüde Jaroslav Miaka
2004 Bundessieger
2005 KFT Champion
2006 VDH Champion
2007 Dt. Klubsieger
2007 Luxemburg Champion
2010 Ortenau Sieger
2012 VIZE Veteranen-Weltsieger
2012 Veteranen Luxemburg Champion
2012 Veteranen KFT-Champion
2012 Veteranen KFT-Klubsieger



Balaganka Slata
2007 Jugend KFT Champion
2007 Vize Europasiegerin
2008 Luxemburg Champion
2008 Europasiegerin
2008 KFT Champion
2008 VDH Champion


Eine vorzügliche Hündin
15X BOB "Beste der Rasse"





Alexandra Zarewna vom Zarenhof

2009 Jugend KFT Champion
2009 Jugend VDH Champion
2011 KFT Champion
2011 VDH Champion
2010 Bester in Hessen gezüchteter Terrier
2011 Bester in Hessen gezüchteter Terrier
2012 VIZE-Europasiegerin
2012 KFT-Klubsiegerin


Eine vorzügliche Hündin
10x Beste der Rasse(BOB), 14x BOS 4x CACIB und 14x CAC

Wir züchten mit Qualitätssiegel des VDH.